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Startseite Presse Bernhard Wolk spielte "24 Caprichos de Goya"

Bernhard Wolk spielte "24 Caprichos de Goya"

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Beißende Gesellschafts-Satire gekonnt umgesetzt

zuletzt aktualisiert: 10.11.2003 - 21:44

Burkhard Wolk spielte "24 Caprichos de Goya" (NGZ) "Einen glanzvollen Abschluss" des KuKuK-Wochenendes hatte Kulturamtsleiter Dr.Elmar Gasten zugesagt - zu viel versprochen hatte er damit nicht, wie das Konzert des klassischen Gitarristen Burkhard Wolk in der Butzheimer Begegnungsstätte "Alte Schule" zeigte: Der in Berlin, Köln Wien, Rom und London ausgebildete Musiker zählt zur absoluten Weltspitze in seinem Fach.

 

1994 führte er als erster deutscher Gitarrist die "24 Caprichos de Goya" auf, ein Werk von Mario Castelnuovo-Tedesco, das nur wenige Künstler in ihrem Repertoire haben. Aus den gegen Ende des 18. Jahrhunderts erschienenen, insgesamt 80 "Caprichos" von Goya hatte Mario Castelnuovo-Tedesco 24 Radierungen für seine Gitarrenstücke ausgewählt. Die ansonsten eher der Dichtung vorbehaltene "Kritik der menschlichen Irrtümer und Laster", wie eine spanische Zeitung 1799 in der Ankündigung der "Caprichos" (Launen) schrieb, wurde vom königlichen Hofmaler Francisco Goya überaus wirksam zum Gegenstand der Malerei gemacht.

Der aufklärerisch gesinnte Moralist Goya nahm in seiner beißenden Satire das gesellschaftliche Leben am spanischen Hof, die Inquisition und die geistige und moralische Verkommenheit des zeitgenössischen Spanien zielsicher ins Visier. Anschauungsmaterial hatte er bei Hofe genug sammeln können. Einen gewissen Kontrast bietet die Musik des gebürtigen Italieners Mario Castelnuovo-Tedesco, der als Nachkomme spanischer Juden 1939 in die USA emigrierte. Zeitlebens sah er sich, ungeachtet aller auch ihm persönlich widerfahrener Widrigkeiten seiner Epoche, als einen glücklichen und harmonischen Menschen an.

Seine mildernde Sichtweise wird denn auch in seiner Arbeit an den "Caprichos" deutlich, wobei sein von Kennern als musikalisches Selbstporträt beschriebenes Werk jedoch gleichermaßen als Satire zu verstehen ist. So eindeutig der kritische Impuls Goyas auszumachen ist, bieten seine Radierungen doch Spielraum für eine Vielzahl von Deutungsmöglichkeiten. Bestes Beispiel hierfür dürfte das wohl berühmteste Bild dieses Zyklus sein, dem zufolge der Schlaf der Vernunft Ungeheuer gebiert.

Andere Stücke Goyas sind sehr düster, ein Zugang zu ihnen sehr schwer. Eher heitere Züge trägt sein Blick auf das Bildungssystem seiner Zeit, wenn etwa ein großer Esel viele kleine unterrichtet und Goya fragt, ob bei dieser Ausgangslage der Schüler denn wohl mehr wisse.

Kenntnisreich waren auch Burkhard Wolks Erläuterungen zu den einzelnen Stücken: Titelbild der "Caprichos" ist ein Selbstporträt Goyas mit dem so genannten "Franklin-Hut", der seinen Träger als Anhänger der Menschenrechte auswies - ein unzweideutiges Bekenntnis in einem Spanien, in dem bis ins 19. Jahrhundert hinein noch Scheiterhaufen brannten. Vom - bedauerlicherweise nicht allzu zahlreichen - Publikum in der "Alten Schule" wurde Wolks Konzert mit lang anhaltendem Beifall bedacht. S. M.

 
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